D

degorieren
Teil des Champagnerverfahrens; nach einer bestimmten Zeit wird die Flasche geöffnet und das aus abgestorbenen Hefezellen bestehende Depot entfernt.

 

dekantieren
Zwei Gründe können das Umgießen eines Weines aus der Flasche in eine Karaffe erforderlich machen. Der erste Grund ist die Trennung des klaren Weins von dem in der Flasche gebildeten Depot. Die im Niederschlag des Depots enthaltenen Bitterstoffe werden beim Einschenken aufgerüttelt und gelangen so ins Glas. Der Weingenuss leidet. Depotreiche Rotweine sollten vor dem Servieren dekantiert werden, indem man sie behutsam und gegen Kerzenlicht in eine Karaffe umgießt. Diese Methode ist nur bei Rotweinen erforderlich, da Weißweine kein Depot aus Schwebeteilchen bilden. Die etwaige Ausfällung von Weinstein erfordert kein Dekantieren.

Ein zweiter Grund für ein Dekantieren betrifft junge Weine, deren Tannine sich vor dem Genuss durch eine erhöhte Berührung mit Sauerstoff mildern sollten, um sie weniger aggressiv erscheinen zu lassen. Bei einer Reihe zumal tanninreicher, italienischer Rotweine und seltener bei einigen Bordeauxweinen empfiehlt sich ein Dekantieren. Sogar einige noch junge und unfertige Weißweine können vom Umgießen profitieren. Es gibt jedoch alte Rotweine, die man trotz ihres Depots lieber nicht dekantieren sollte, da ihre fragilen Tannine der forcierten Sauerstoffzufuhr eventuell nicht standhalten. Dies ist jedoch keine Frage des Alters, sondern der Grundkonstitution des betreffenden Weins.

 

demi-sec
Französisch für halbtrocken. Eher für liebliche Schaumweine gebräuchlich.

 

Depot
In hochwertigen Weinen mit langer Flaschenreife bildet sich ein mehr oder weniger starker Niederschlag oder Bodensatz durch chemische Veränderungen, die zu einer Steigerung von Komplexität, Charakter und Bukett beitragen. Derartige Weine sollten mit äußerster Sorgfalt eingeschenkt oder dekantiert werden. --> Sediment

 

dick
Ein körper- und extraktreicher Wein, unter Umständen auch mit zu viel Restzucker oder Alkohol ausgestattet, dem es an Feinheit und Gefüge fehlt. Die nächste Stufe der Negativskala wäre plump.

 

DO
Denominacitión de Origen. Kontrollierte Herkunftsbezeichnung für spanische Weine.

 

DOC
Denominazione d'origine controllata. Kontrollierte Ursprungsbezeichnung italienischer Qualitätsweine. In der Praxis mehr ein Kontrollsystem als eine Qualitätsgarantie. Zwar gibt es heute über 240 italienische Weine mit eigenem DOC-Status, doch hat man 1980 nach Weinskandalen und anderen Unzulänglichkeiten noch ein zusätzliches, angeblich noch »garantierteres« System, DOCG, geschaffen.

 

DOCG
Denominazione d'origine controllata e garantita. Steht für die höchste Stufe des italienischen DOC-Systems. Inzwischen gilt DOCG für 13 Weine. Zusammen kommen diese Qualitätsweine für rund 14 % der italienischen Weinernte auf. Viel schneller als die Zahl der DOC-Weine steigt in Italien die Zahl der Spitzenweine, die außerhalb dieses gesetzlich definierten Rahmens erzeugt und als Tafelwein auf den Markt gebracht werden. Gegenüber dem französischem AOC-System, das durchaus als Qualitätsgarantie aufzufassen ist, ist das DOC lediglich ein Kontrollsystem.

 

Domaine
In Burgund gebräuchliche Bezeichnung für ein Weingut.

 

Dosage
Dem Schaumwein wird Most, Wein, Zucker oder eine Mischung daraus, auch süßer Brandwein zum Auffüllen zugegeben. Dies geschieht nach dem Degorieren zur Abrundung des Geschmacks und bestimmt den Süßegrad des Schaumweins.

 

dünn
Wässriger Wein mit geringem Extraktgehalt, wenig Säure und ohne Körper.

 

duftig
Bezeichnung für einen Wein mit einem zarten, feinen Duft. Die Steigerung wäre blumig.

 

dumpf
Eine Geruchsbeschreibung für Weine die an einen schlecht durchlüfteten Keller oder morsches Holz erinnern. Oft lässt sich durch Lüften oder Dekantieren der Fehler beheben. Auch wenn ein Wein nur sehr wenig Geruchseindrücke vermittelt spricht man von dumpf.